• Peter Weixelbaumer

Die Konjunktur schwächelt? 11 Tipps, wie du deine Organisation garantiert in die Krise führst.


© Gerd Altmann (Pixabay)


Hallo zusammen! Es scheint in diesen Tagen wieder viele zu überraschen: Ja, die Konjunktur ist keine Konstante, sie folgt Auf- und Abwärtsbewegungen. Und ja, jetzt scheint es wieder Richtung Abwärtsbewegung zu gehen. Das treibt vielen den Angstschweiß auf die Stirn. Wobei wir gerne vergessen: Auch die Aufwärtsbewegung fordert das Management einer Organisation gehörig, nicht nur die Abwärtsbewegung. Doch auf die Downs richtet sich der Fokus der meisten Menschen. Dazu mein heutiger Blogbeitrag: Wie führt man bei schwächelnder Konjunktur seine Organisation am besten geradewegs in die Krise?


1. Spicke ab sofort deine Aussagen mit dem Wort „Krise“ – je mehr, desto besser. Unser Leben ist sehr viel Psychologie. Und wir wollen ja möglichst rasch Krisenstimmung erzeugen.


2. Mache deinen Mitarbeitern klar, dass du keinen Plan hast, wie die Organisation vorgehen soll. Verunsicherung ist die Zwillingsschwester jeder Krise. Wirkt super!


3. Der optimale Weg in die Krise beginnt bereits zu Zeiten der Hochkonjunktur: Vernachlässige bei guter Konjunktur dein Controlling, deine Planung, deine Kommunikation. Das macht deine Organisation so richtig schön träge – das hilft, möglichst rasch in die Krise zu kommen. Wettbewerbsfähigkeit ist Gift für jede Krise.


4. Setze auf den Tunnelblick: stur und starr nach vorne schauen, nicht links, nicht rechts. Denn das würde deinen Entscheidungshorizont nur unnötig erweitern – und das wäre schlecht für deine Krisenambitionen.


5. In engem Zusammenhang damit: Du allein bist der Boss! Hol dir ja keine Experten – egal, ob intern oder extern, zur Meinungs- und Entscheidungsbildung. Pfeife auf jede Reflexion und Diskussion. Treffe deine Entscheidungen vielmehr aus der Hüfte. Und mach sie für deine Umwelt möglichst intransparent und nicht nachvollziehbar. Eine schlechte Entscheidungsqualität ist das Salz jeder Krise.


6. Betrachte einen Konjunkturrückgang als absolut negatives Fundamentalereignis – und hadere mit dem Schicksal. Wenn es dir gelingt, den Konjunkturrückgang niemals als völlig normalen Teil des Wirtschaftslebens zu betrachten, in dem du die Fitness deiner Organisation erhöhen könntest, dann hast du für dich bereits eine tolle Basis für die Krise deiner Organisation gelegt.


7. Es gibt erste Zeichen einer Konjunkturabschwächung? Dann setze auf Ablenkung und nimm dir manche Politiker unserer Zeit zum Vorbild: Versuche Prestigeobjekte zu kaufen (versuch’s doch einmal mit Grönland) oder rücke nebensächliche Themen in den Fokus (in Österreich wurde im Nationalratswahlkampf 2019 sogar das Wiener Schnitzel zum Streitthema). Das Wesentliche ist der Feind der Krise – also unbedingt ablenken!


8. Und wenn du nicht ablenken kannst, mach’s noch einfacher: ignoriere Zeichen einer Konjunkturabschwächung. Denn Sensibilität für den Markt, generell für die Entwicklungen unserer Welt ist ja alles nur was für Schwächlinge. Ignoranz hat einfach was – und ja, sie schafft es selbst unter positiven Rahmenbedingungen, eine Organisation rasch in die Krise zu führen.


9. Ein heißer Tipp bei Rezession wie auch bei Hochkonjunktur: Vermeide folgende Fragen: Wofür gibt es deine Organisation? Was ist ihr Mehrwert? Worin liegt ihre Alleinstellung? Wie sehen die Organisationsziele und die Organisationsstrategie aus? Wie sieht der 1-, 3- und 5-Jahresplan aus? Streiche bzw. ignoriere diese Fragen – am besten gemeinsam mit deiner gesamten Belegschaft. Denn Ziel, Strategie, Plan und Struktur vertragen sich nicht mit Krisen!


10. Die Konjunktur schwächelt? Na endlich: Sei ein Pessimist, jammere, was das Zeug hält – am besten vor und mit deinen Mitarbeitern. Denn die Krise deiner Organisation lebt davon, dass alle Beteiligten überzeugt sind, dass ohnehin alles schlecht ist bzw. ausgeht.


11. Pfeife gerade bei Konjunkturrückgang auf die optimale Verknüpfung von Flexibilität und Stabilität. Sei in allem, was du sagst, was du tust, was du forderst möglichst volatil. Denke an eine Autofahrt: Vollgas, Vollbremsung, Vollgas, Vollbremsung, links, rechts, links, rechts. Das ist der Fahrstil, der deine Mitfahrer – deine Organisation – 100prozentig nicht nur in die Krise, sondern in den Wahnsinn treibt.

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