• Peter Weixelbaumer

„Scotty, beam me up!“ Oder: Der Gipfel ist kein Ort, sondern ein Weg!

Aktualisiert: 18. Nov 2019





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Hallo zusammen. Ich bin am 09. November 48 Jahre alt. Das ist zwar ein punktuelles Ereignis, aber eigentlich ein langer Weg (ein schöner, intensiver, oftmals auch steiniger, aber erfüllter Weg – ich bin zufrieden – und gehe konsequent weiter, ich hab‘ noch ein bisserl was vor ;-)). Ähnlich ist das mit dem Gipfel eines Berges. Oder dem Buzzword „Erfolg“. Es sind Momentaufnahmen mit einer mehr oder minder langen Vorgeschichte. Dabei ist paradox: Wir Menschen neigen dazu, diese Punkte nur als unmittelbare Situation, als unmittelbaren Ort wahrzunehmen, aber den Weg, der einen erst zu diesem Ort bzw. in diese Situation führt, vollständig auszublenden. „Scotty, beam me up!“ Viele würden sich Captain Kirks Befehl an seinen ersten Offizier für ihren Erfolg wünschen: Einfach auf die Taste drücken und schon ist man dort, beim Erfolg! Sorry, Leute, aber das bleibt auch im 21. Jahrhundert Science Fiction!


Erfolg ist ein Prozess. Und jeder Prozess besteht aus Prozessschritten, die gesetzt werden müssen. Sonst kommt man schlicht nicht weiter bzw. nicht hin – zum innigst gewünschten Erfolg. Kürzlich hatte ich dazu eine speedige Diskussion mit meinem Geschäftspartner Gerhard Kürner. Wir diskutierten, warum es so vielen Menschen schwerfällt, für sich vorwärts zu kommen und Ziele – egal, wie diese aussehen - zu erreichen. In seiner launigen Art sagte Gerhard: „Weil die meisten Menschen gar nicht wissen, was sie wollen, wo sie hinwollen, was ihre Ziele sind.“


Bingo! Viele Menschen marschieren los und haben keine Ahnung, wo denn überhaupt hin. Das ist so wie Bergsteigen und man geht halt einfach mal bergauf. Das Problem ist, schon beim ersten Mal ausrutschen fragen sich diese Menschen: „Warum tu ich mir das überhaupt an?“. Denn sie haben kein Gipfelkreuz, kein Ziel vor Augen, für das es lohnt, wieder aufzustehen und weiterzugehen – egal, wie oft man ausrutscht. Oftmals kehren sie in dieser Situation frustriert um und schlagen einfach einen anderen Weg ein – wieder ohne Ziel. Wieder andere hängen sich einfach an eine Wandergruppe an, gar nicht wissend, wohin die Gruppe überhaupt marschiert. Das definiert zwar ein Ziel, aber es ist im besten Fall das Ziel der Gruppe, aber nicht notwendigerweise auch das individuelle Ziel des sich anhängenden Wanderers. Ähm, kennt ihr solche Menschen? Ich behaupte, es sind viel mehr, als man glauben möchte. Willkommen in der Welt der Irrwege, Orientierungslosigkeiten, Antriebslosigkeiten, Frustrationen, des Pessimismus und des Selbstmitleids. Dio mio, alles keine guten Voraussetzungen für ein glückliches, erfülltes, zufriedenes und ja erfolgreiches Leben. Und das ist es doch, was wir letztlich alle anstreben, oder?


„Scotty, Energie!“, würde Kirk sagen. Was tun?

  • Definiere genau für dich, was dir wichtig ist, was du erreichen willst. Stelle es dir möglichst konkret vor: wie fühlt es sich an, riecht es, schmeckt es, wie ist die Situation, wie fühlst du dich? Gedanken sind die Vorwegnahme deiner Realität.

  • Verschriftliche deine Ziele: Bring sie zu Papier. Und hinterfrage und überarbeite sie, bis du dir sicher bist. Überspitzt formuliert: Wenn dich Frau/Mann, Mutter, Vater, beste Freundin und bester Freund fragen würden und du dazu immer ohne zu Zögern dieselbe Antwort gibst, dann ist alles klar!

  • Priorisiere deine Ziele: Gibt es Ziel-Konflikte? Gibt es Synergien? Welches Ziel kommt zuerst? Welches in der Folge? Mache dir eine „Gipfel-Aufstellung“ – mit welchem Gipfelsieg fängst du an usw.? Denke ruhig sportlich: Der Linzer Pöstlingberg oder der Grazer Schlossberg sind rasch bestiegen, auch wenn du unsportlich bist (als Training sind sie ok ;-)). Aber der Großglockner schaut schon ein bisserl anders aus, aber machbar. Zielanspannungen sind wichtig, sonst bleibst du unter deinen Möglichkeiten.

  • Skizziere den Weg dorthin: Wo stehst du jetzt, wie schauen die Meilensteine aus? Was brauchst du, um dein Ziel zu erreichen? Nein, nicht schnell durchdenken, sondern aufschreiben!

  • Nimmst du dir einen Bergführer an deine Seite? Macht das Sinn? (Ja, das macht es in den meisten Fällen!) Und gilt das für die gesamte Route oder nur für Teiletappen?

  • Genieße und feiere jeden Gipfelsieg! Du hast einen anspruchsvollen Weg zurückgelegt. Der Gipfelsieg macht dein Leben erfüllter und intensiver. Und er ist der Konterpart zu jedem Tal, durch das jeder von uns zwangsläufig mehrfach gehen muss. Und Täler sind per se nicht schlecht! Ja und ganze Gipfelketten gibt es zwar, aber nur selten – und selbst die haben kleine Downs als Zwischenräume.

  • Und last but not least: Finde Menschen, die genau dieselben oder sehr ähnliche Ziele wie du verfolgen und tu dich mit ihnen zusammen. Stärkt euch gegenseitig, tragt euch im Bedarfsfall gegenseitig. Das ist ein ganz besonderes Gefühl. Es gibt kaum etwas Schöneres, als gemeinsam den Gipfel zu erreichen – und Menschen beim Wachstum ihrer Persönlichkeit und beim Erreichen ihrer Ziele zu helfen bzw. dies gemeinsam zu erleben.


Also: Scotty, möge die Macht mit dir sein. Ok, das ist wieder eine andere Geschichte… ;-)

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